Herz Geflüster

Zeilen zwischen Herz, Alltag & Glaube

„Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren“
– Philipper 4,7

Tagträumerin & Königstochter

Leben im Alltagschaos

„A lot can happen in three days.“ Und eine Menge kann passieren in vier Monaten.
Gott ist nichts unmöglich… ein Satz, den man so leicht sagt, aber erst begreift, wenn man ihn erlebt. Genau das durfte ich im letzten halben Jahr erfahren. Gott hat mich geführt – auf einem Weg, der alles andere als gerade war. Voller Hindernisse, Stolpersteine und doch auch kleiner Wunder.

Aber fangen wir von vorn an …

Wie ich schon in meinem Vorstellungspost erwähnt habe, ist die Beziehung zu meinen Eltern schwierig und oft von Auseinandersetzungen geprägt. Anfang 2025 kam es so weit, dass ich dreimal von Zuhause rausgeflogen bin, jedes Mal für etwa eine Woche. In dieser Zeit wohnte ich bei meiner besten Freundin.
Schon vorher war mir klar: Spätestens nach der Ausbildung muss – und will – ich ausziehen. So sehr ich meine Familie liebe, das Leben auf einem Minenfeld tut keinem von uns gut.

Als ich im Mai zum dritten Mal rausflog, war ich völlig am Ende. Ich wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Nicht einmal meine beste Freundin konnte mir helfen. Und ich fragte mich, ob Gott mich vergessen hatte, zweifelte alles an.

Doch Gott schrieb meine Geschichte weiter. Ende 2024 hatte ich mit einer guten Freundin beim Schlittschuhlaufen ein ehrliches, tiefes Gespräch gehabt. Aus einer Schnapsidee wurde dann im Frühjahr während dieser Tiefphase ein fester Plan: Wir wollten aus- und zusammenziehen.

Wir begannen mit der Wohnungssuche, zuerst mittig zwischen unseren Wohnorten, etwa eine Stunde entfernt. Drei Zimmer, gute Verkehrsanbindung, ein Kellerraum zum Lagern und am liebsten ein Balkon oder Garten… vor allem aber ein Ort, an dem wir uns zuhause fühlen könnten.

Am 10. Mai zog ich aus – vorübergehend in ein Zimmer im Haus der Tante meiner besten Freundin. Zwei Tage später, am 12. Mai, hatten meine Freundin und ich unsere erste Wohnungsbesichtigung. Danach war uns klar: Wir wollen näher an meiner Gemeinde und in der Nähe ihres Freundes suchen.

Am 16. Mai sprachen wir mit den Eltern ihres Freundes: Menschen, die uns beide unabhängig voneinander kannten und denen wir vertrauten. Wir baten sie um Rat und, falls nötig, um Unterstützung. Unsere eigenen Eltern wollten oder konnten wir zu dem Zeitpunkt nicht um Hilfe bitten.

Am 24. Mai hatten wir unsere zweite Wohnungsbesichtigung. Die Wohnung lag nicht nur zentral zur Innenstadt, Bahnstation und Gemeinde lag, sondern gehörte obendrauf einem Ehepaar aus meiner Gemeine, hatte einen Garten, Balkon und Kellerraum. Am 25. Mai sagten wir Ja zur Wohnung und konnten unser Glück kaum fassen. Doch es war noch viel zu tun: Renovierung der Wohnung, Umzug planen und durchführen, … aber wir waren bereit zu investieren und unsere Zukunft zu gestalten.

Von da an begann der Baustellen-Sommer: Renovieren, Planen, Organisieren. Zwischendurch zweifelte ich, ob wir es schaffen würden, rechtzeitig einzuziehen. Doch Gott blieb treu. Pünktlich zum 1. September standen unsere Möbel in der Wohnung und wir waren angekommen. Emotionale Wracks , aber dankbar und voller Staunen über diesen guten Gott, der uns so klar geführt hat.

Dankbar bin ich vor allem für die Menschen, die uns unterstützt und getragen haben: Freunde, Bekannte, unsere Eltern (ja, auch unsere Eltern waren schließlich mit dabei) und all jene, die für uns gebetet haben. Ich durfte erfahren, dass Gott trägt, auch wenn alles zusammenbricht. Dass er Türen öffnet, wenn ich keinen Ausweg sehe. Und dass er selbst im Streit und Schmerz den Weg bereitet.

„A lot can happen in three days.“ Jesus hat in drei Tagen den Tod besiegt. Und in vier Monaten kann Gott (m)ein ganzes Leben verändern.

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