Herz Geflüster

Zeilen zwischen Herz, Alltag & Glaube

„Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren“
– Philipper 4,7

Tagträumerin & Königstochter

Leben im Alltagschaos

Manchmal fühlt sich mein Kopf so voll an. Nicht, weil ich superviel lernen muss und keine Infos mehr speichern könnte. Sondern weil ein dichter Nebel meinen Kopf füllt und keinen Raum mehr lässt für frische Luft.

Manchmal fühle ich mich so allein. Nicht, weil ich allein bin und keine Menschen habe, die für mich da sind. Sondern einfach weil ich manchmal denke, ich bin eine Belastung. Und manchmal, nur ganz manchmal, habe ich das Gefühl übergangen zu werden. Weil Leute, Freunde, nicht erkennen, wie es tief in mir wirklich aussieht. Weil die Maske zu real ist. Weil ich die Rolle zu gut spiele.

Manchmal fühle ich mich schlecht, weil ich denke, dass ich kein Recht darauf hätte, diese Dinge zu fühlen und mich deswegen nicht traue es laut auszusprechen oder mich jemandem anzuvertrauen. Nicht, weil ich denke ich bilde es mir ein. Sondern einfach weil es anderen Menschen auf der Welt – und in meinem Umfeld – noch schlechter geht und ich so dankbar sein sollte, dass es mir vergleichsweise gut geht.

Manchmal fühle ich mich so schwach, weil ich denke ich kann das alles nicht mehr. Nicht, weil ich nicht um Hilfe und Rat bitten könnte. Sondern weil ich nie gelernt habe, um Hilfe zu bitten. Weil ich immer die Starke war, auf die alle sich verlassen können.

Manchmal fühle ich mich so, als ob meine Abwesenheit nicht auffallen würde, als könne ich einfach fortbleiben und ich würde keinem fehlen. Nicht weil ich keine Freunde haben, die gern Zeit mit mir verbringen. Sondern einfach, weil ich so oft erlebt habe, wie Freundschaften zerbrochen sind und ich irgendwann nicht mehr wichtig genug war, als dass man sich für mich interessierte.

Manchmal fühle ich mich taub. So kalt gegenüber allen sozialen Interaktionen. Nicht, weil ich ein asozialer Mensch bin und keine Empathie empfinde. Sondern einfach weil ich so müde bin vom Leben und alles in mich hineinfresse und mein Herz dann so wehtut dass es eine Pause braucht.

Manchmal denke ich, ich habe das Weinen verlernt. Manchmal ist sogar Lächeln anstrengend. Manchmal möchte ich mich einfach unter meiner Bettdecke verkriechen und nicht wieder hervorkommen.

Manchmal bin ich emotional so erschöpft vom Leben, dass ich am liebsten Pause drücken möchte. Nicht, weil ich nicht auch Zeiten habe, in denen ich auftanken kann. Sondern einfach, weil ich nicht gelernt habe meine Schwäche zuzulassen und deswegen immer weiter mache, auch wenn mein Herz längst „Stop!“ schreit.

„Stop! Mach mal ne Pause!“ Doch ich renne weiter durchs Leben, stecke den Schmerz und die Wut und die Angst und all die Verletzungen in eine Tasche, die ich tief unter all den Schichten Lebensfreude, Lachen und guter Laune verstecke. So bin ich. Lebensfroh und voller Energie. Positiv, laut, lustig. So kennen mich alle, so will ich sein. Aber was mache ich mit der Negativität, die durch die Risse hervorsickert und meine positive Art langsam verdunkelt?

Manchmal denke ich, ich bin allein. Doch dann erinnere ich mich: Ich bin es nicht. Jesus geht an meiner Seite – gestern, heute und für alle Zeit.
Wenn ich zurückblicke und nur eine Fußspur im Sand sehe, dann ist das, weil er mich festgehalten hat, als ich drohte zu fallen, und mich durch die schweren Zeiten getragen hat.

Wenn nachts stumm die Tränen über meine Wangen laufen, dann darf ich wissen, dass er sie sieht und sie trocknen wird.
Wenn ich nicht weiß, wohin mit all meinen Gefühlen, darf ich wissen, dass ich sie bei ihm ablegen darf.
Wenn ich nicht weiß, wie ich auf Pause drücken soll, darf ich wissen, dass ich bei ihm zur Ruhe kommen kann und dass er mir seinen Frieden schenken will.

Kein Leid ist ihm zu groß oder zu klein. Er kennt meinen Schmerz. Er sieht hinter die Maske, durch jede Rolle hindurch – und liebt mich trotzdem.

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